MONTRANUS-Anleger sollten jetzt tätig werden

Stuttgart, 27.10.2015 – Auch das Widerrufsrecht kann zeitlichen Grenzen unterliegen. Insbesondere Anleger des Montranus Medienfonds III sollten deshalb vor dem 23.12.2015 tätig werden und ihr Anteilsfinanzierungsdarlehen widerrufen. Ein weiteres Zuwarten könnte sonst zu Nachteilen führen.

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Hintergrund

Die Widerrufsbelehrungen zur obligatorischen Anteilsfinanzierung des Montranus Medienfonds erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen und sind fehlerhaft. Die Erklärung des Widerrufs ist deshalb auch heute noch möglich, weil der Lauf der Widerrufsfrist mangels ordnungsgemäßer Belehrung nicht in Gang gesetzt wurde. Rechtsfolge des Widerrufs ist, dass Anleger Anspruch auf Erstattung der von ihnen aufgebrachten Bareinlage abzüglich der Ausschüttungen des Fonds haben. Bereits jetzt steht fest, dass Anleger des Medienfonds Montranus II rund 65 % und des Montranus III rund 45 % ihrer Bareinlage verlieren werden. Der Widerruf eröffnet ihnen die Möglichkeit, diesen Verlust zu kompensieren. Die Erfolgsaussichten hierfür sind überdurchscnittlich gut.

 

Zeitfaktor beachten

Unsere Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass der Zeitfaktor bei manchen Gerichten immer wieder eine Rolle spielt. Das Widerrufsrecht verjährt zwar nicht. Die Helaba wendet jedoch stets ein, dass das Recht zum Widerruf verwirkt sei. Die Bank habe sich darauf einstellen dürfen, dass das Widerrufsrecht nicht mehr ausgeübt werde. Nahezu alle Oberlandesgerichte lehnen diese Auffassung mit der Begründung ab, die Verwendung einer fehlerhaften Belehrung könne schon per se keinen Vertrauensschutz der Bank begründen. Der Bundesgerichtshof hat zur Frage der Verwirkung aber noch nicht entscheiden dürfen.

Die Rechtsfindung obliegt deshalb weiterhin den Land- und Oberlandesgerichten. Ein maßgebliches Kriterium, ob Verwirkung angenommen werden kann, könnte dabei die Rückführung des Darlehens sein, welche bei Montranus III am 23.12.2015 erfolgen wird. Da die rechtlichen Erfolgsaussichten bei Gericht regelmäßig auch Einfluss auf die Konditionen einer einvernehmlicher Lösungen haben, sind Montranusanleger deshalb gut beraten, dieses Datum nicht untätig verstreichen zu lassen. Anleger des Fonds Montranus II  sollten ebenfalls den Widerruf erklären, um sich die nach wie vor sehr guten Erfolgsaussichten zu bewahren.

Ansprechpartner: Rechtsanwältin Anja Richter und Rechtsanwältin Faye Tontsch