Die Entscheidung

Eine Bank, die zu einem eigenen Zinssatz-Swap-Vertrag rät, ist unter dem Gesichtspunkt eines schwerwiegenden Interessenkonflikts grundsätzlich verpflichtet, den Kunden über das Einpreisen ihrer Kosten und ihres Netto-Gewinns, d.h. über das Einstrukturieren eines anfänglichen negativen Marktwertes, aufzuklären. Das Einpreisen des anfänglichen negativen Marktwertes kann der Kunde, der davon ausgeht, die Bank verdiene ausschließlich bei einem ihr günstigen Verlauf der Zinswette i.H.d. Zinsdifferenz, nicht erkennen. Das gilt unabhängig von der konkreten Gestaltung der Bedingungen des Swap-Vertrages. Die Komplexität des Swap-Vertrages ist somit kein Kriterium, das über das Bestehen oder Nichtbestehen der Aufklärungspflicht entscheidet. Die 2011 entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs betrifft deshalb nicht nur CMS Spread Ladder Swap-Verträge, sondern grundsätzlich alle Swap-Verträge.

 

Unsere Empfehlung

Wir empfehlen jedem Anleger, der einen Zins-Swap-Vertrag abgeschlossen hat, sich zu seinen Erfolgsaussichten von Schadensersatzansprüchen beraten zu lassen. Hierzu bieten wir Ihnen gerne unsere Hilfe an. Nach unserer Erfahrung haben Banken beim Verkauf von Zins-Swaps regelmäßig kein Wort über den negativen Marktwert des Geschäfts verloren. Dass hier ein Wettlauf beginnt, bei dem die Bank von Anfang an einen Vorsprung hat, war Anlegern, unabhängig davon, ob es sich um institutionelle Anleger oder Privatanleger handelt, nicht bekannt.

Ansprechpartner: Florian Johst und Faye Tontsch