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Die Auswirkungen der Insolvenz auf Projektinvestitionen für Anleger

Fachbeitrag im Bank- und Kapitalmarktrecht

Insolvenz Project Investment: Auswirkungen auf Anleger

Die Insolvenz von Teilen der Project-Immobilien-Gruppe und Project-Investment stellt einen weiteren Rückschlag für die angeschlagene deutsche Immobilienbranche dar. Diese Branche leidet bereits seit einigen Jahren unter einer anhaltenden Krise, und die aktuellen Ereignisse verschärfen die Situation zusätzlich. Experten warnen davor, dass die Insolvenz von Teilen der Project-Immobilien-Gruppe zu einer weiteren Verknappung von Wohnraum in Deutschland führen könnte.
Als einer der bedeutendsten Immobilienentwickler in Deutschland hat die Project-Immobilien-Gruppe zahlreiche Projekte erfolgreich entwickelt und veräußert. Die Insolvenz bedeutet jedoch, dass viele dieser Projekte nun ins Stocken geraten oder sogar eingestellt werden müssen. Das Unternehmen, das 1996 in Nürnberg gegründet wurde, ist auf die Entwicklung und den Vertrieb von Wohn- und Gewerbeimmobilien spezialisiert.
Die Anleger von Project-Investment sind von diesen Entwicklungen stark betroffen. Über mehrere Dutzend Fonds wurden insgesamt 1,4 Milliarden Euro Kapital von über 32.000 Anlegern für die Projekte eingesammelt. Inzwischen sind auch zwei Tochtergesellschaften von Project-Investment insolvent. Diese Unsicherheit veranlasst Anleger dazu, um ihr investiertes Geld zu bangen.
Die Rückzahlungsansprüche der Anleger hängen nun von den Vermögenswerten des Unternehmens und der Anzahl der Gläubiger ab. Einem Bericht des Handelsblatts vom 23. August 2023 zufolge hat das Unternehmen die Ausschüttungen der Fonds vorläufig eingestellt, um die Liquidität zu stabilisieren.

Ausschüttungen an Anleger der Project-Fonds vorübergehend gestoppt

Die Insolvenz von sechs Unternehmen des Immobilienentwicklers Project hat unmittelbare Auswirkungen auf Zehntausende von Anlegern. Die Fonds, die zur Finanzierung der Projekte aufgelegt wurden, haben vorübergehend die Ausschüttungen an Investoren eingestellt, wie aus einem Schreiben hervorgeht, das am 21. August 2023 an Vertriebsmitarbeiter versandt wurde. Dieser Schritt zielt darauf ab, die Liquidität der Beteiligungsgesellschaften zu erhalten und die Fortführung der Fonds zu sichern. Die Insolvenzen von Development Partner und Euroboden werden nun durch die von Project-Immobilien und Project-Investment ergänzt, was die angespannte Lage auf dem Immobilienmarkt verdeutlicht.

Ursachen für die Insolvenz der Project-Gruppe

Die Project-Gruppe verfügte zuletzt über ein Investitionsvolumen von 3,2 Milliarden Euro für Bauprojekte und Planungen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Bereitstellung hochwertigen Wohneigentums zum schlüsselfertigen Erwerb sowie moderner Büro- und Geschäftsgebäude in Deutschland. Ein maßgeblicher Faktor für die Insolvenz sind die signifikanten Anstiege der Baukosten infolge des Ukrainekrieges, die nicht an die Kunden weitergereicht werden konnten. Die Tätigkeitsbereiche der Project-Gruppe konzentrieren sich auf die Metropolregionen Berlin, München, Hamburg, das Rhein-Main-Gebiet, das Rheinland und Nürnberg.

Project Investment und die Auswirkungen auf Anleger

Neben den Immobilienunternehmen existiert eine weitere Unternehmensgruppe namens Project Investment. Diese sammelte über verschiedene Fonds Gelder von Investoren für Bauprojekte am Kapitalmarkt ein. Laut der Firmenwebsite handelt es sich dabei um mehrere Dutzend Fonds mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Milliarden Euro, welche von über 32.000 Anlegern gezeichnet wurden. Auch in der Investmentabteilung befinden sich zwei Gesellschaften in Insolvenz.

Wie können Investoren ihre Investitionen in Projekt-Fonds absichern?

Der Projektentwickler Project Immobilien ist aufgrund von Insolvenzen von Teilgesellschaften in die Schlagzeilen geraten. Was können Anleger jetzt tun, um ihr Geld zu schützen?

  1. Verstehen der Risiken geschlossener Fonds: Project-Fonds sind geschlossene Fonds, die spekulative Investitionsmöglichkeiten bieten und mit verschiedenen Risiken, einschließlich eines vollständigen Kapitalverlusts, verbunden sind. Wenn Ihnen ein Fonds der Project-Unternehmensgruppe als sichere Investition empfohlen wurde, ohne ausreichend auf die spezifischen Risiken hinzuweisen, können Sie Schadensersatzansprüche geltend machen. Auch bei Unrichtigkeiten im Fondsprospekt besteht die Möglichkeit, Schadensersatz zu fordern.

  2. Überprüfen der Pflichten des Anlagevermittlers: Anlagevermittler sind verpflichtet, eine umfassende Prüfung der Plausibilität des jeweiligen Produkts durchzuführen, einschließlich der Bewertung von Rentabilität und Sicherheit der Kapitalanlage. Wenn der Vermittler dies unterlassen hat, müssen sie den Anleger darauf hinweisen. Bei unzureichender Beratung besteht ein Anspruch auf Schadensersatz.

  3. Prüfen von Optionen für Ratensparpläne: Anleger, die über einen Ratensparplan in Project-Fonds investiert haben, müssen entscheiden, ob sie ihre Zahlungsverpflichtungen fortsetzen müssen. Es gibt verschiedene Optionen, um aus einer Beteiligung auszusteigen, laufende Zahlungsverpflichtungen zu unterbrechen oder bereits eingezahlte Beträge zurückzufordern. Es sollte geprüft werden, ob ein Widerruf der Beitrittserklärung sinnvoll ist und ob eine Rückabwicklung aufgrund von Schadensersatzansprüchen möglich ist.

Unsere Rechtsanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht sind bereit, Ihnen bei der Überprüfung Ihrer Rechte und Optionen behilflich zu sein. Machen Sie von unserer kostenfreien Erstberatung Gebrauch, um sich umfassend über Ihre Handlungsmöglichkeiten zu informieren und Ihre Investition bestmöglich abzusichern.

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